Schubertbund Essen e.V.

Franz Schubert

Im Jahr 2009 erschien die langerwartete neue CD vom Schubertbund Essen!
Der Titel der CD "Franz Schubert" sagt schon aus was Sie auf dieser CD erwarten können: Fast die kompletten Franz Schubert A capella Kompositionen für Männerchor (Quartett)...wie z.B. Lied im Freien, Jünglingswonne, Der Entfernten, Die Nacht, Nächtliches Ständchen, Gesang der Geister über den Wassern u.v.a.

Freuen Sie sich auf einen Hervorragenden Hörgenuss mit den schönsten Schubert-Liedern für Männerchor a capella. 16-seitiges Bookletheft mit allen Liedtexten und einer Einführung in die Schubertliteratur von Chorleiter Lothar Welzel.

Produkt-ID: JB-09/210

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Über Franz Schubert
In der Leipziger Allgemeinen Musikalischen Zeitung vom 9. 4. 1828 war im Rahmen einer Rezension zu zwei Werken von Franz Schubert folgendes zu lesen: "Bekanntlich hat der vierstimmige Männergesang in den neuesten Zeiten überall zahlreiche Freunde gewonnen; Liedertafeln bilden sich fast in allen Städten, und viele derselben haben wackere Lieder-Componisten aufzuweisen, deren vorzüglichste Gaben wohl der öffentlichen Bekanntmachung werth wären" (zitiert nach Schubert, Die Dokumente seines Lebens, gesammelt und erläutert von Otto Erich Deutsch, Kassel 1964).
Dieser Satz deutet an, wie intensiv schon vor Schuberts Tod – noch intensiver in der Folgezeit – das in Deutschland und Österreich aufblühende Männerchorwesen nach guter und zeitgemäßer Literatur gesucht haben muss. Für die Gattung des Männerquartetts, solistisch oder chorisch besetzt, für das Schubert mit seinen auf dieser CD gesammelten vierstimmigen Chorliedern einen nicht unerheblichen Beitrag geleistet hat, fand der junge Komponist kaum Vorbilder, man kann seine Entwicklung auf diesem Gebiet jedoch recht gut verfolgen, wobei die ersten Vertonungen auf deutsche Texte vermutlich im Kompositionsunterricht(möglicherweise für seinen zeitweiligen Lehrer Antonio Salieri) entstanden waren. Von anderen Gelegenheiten, bei denen Schubert zu Kompositionen (nicht nur) für ein Quartett aus Männerstimmen "motiviert" wurde, berichtet sein Freund Albert Stadler, mit dem Schubert auch nach seiner eigenen Konviktszeit noch verbunden war und bei dem er oft im k. u. k. Stadtkonvikt zu Besuch weilte: "War nun Schubert bei uns, so sperrten wir ihn während dieser Zwischenzeit(gemeint ist der Gottesdienst am Nachmittag) in der Kamerate (Wohn- und Studierzimmer) ein, gaben ihm ein paar Flecke Notenpapier und irgendeinen Band Gedichte, der eben bei der Hand war, damit er sich einstweilen die Zeit vertreibe. Wenn wir aus der Kirche zurückkamen, war gewöhnlich etwas fertig, das er mir auch gerne überließ…" (zitiert nach Schubert, Die Erinnerungen seiner Freunde, gesammelt und herausgegeben von O. E. Deutsch, Leipzig 1966).

Für einige seiner Werke für Männerstimmen (mit oder ohne Begleitung) sind sogar Aufführungen in den Jahren zwischen 1821 und Schuberts Tod in öffentlichen Konzerten in Wien und Graz belegt, und auch für das einzige öffentliche Konzert, welches Schubert je in Wien veranstaltete (1828) wählte er eine seiner Männerchor-Kompositionen, was die Vermutung nahe legt, dass dieser Gattung zunehmendes öffentliches Interesse galt.
Entsprechend gegensätzliche Inhalte finden sich in den rund 60 Stücken für 3- bis 6- stimmigen Männerchor, von denen wir hier die nahezu komplette Sammlung für Quartett vorlegen: neben jugendlicher Lebensfreude(Lied im Freien, Jünglingswonne), Sehnsucht nach Freiheit(Flucht), Verliebtheit (Nachtmusik, Nächtliches Ständchen), tiefgründig-ahnungsvollen Reflexionen (Grab und Mond, Ewige Liebe, Wehmut und besonders Gesang der Geister über den Wassern nach Goethe) und vielen anderen Facetten finden wir sogar parodistische Elemente z. B. in Trinklied aus dem 16. Jahrhundert. Einige der Lieder erscheinen wie beiläufig mit leichter Hand nieder geschrieben, im besten Sinn "Gelegenheitskompositionen", wie sie von Schubert wohl sehr häufig erwartet wurden, in anderen erreicht er wiederum eine Seelentiefe, mit der die Gattung "Chorlied für Männerstimmen" schon zu Beginn ihrer mittlerweile fast 200 Jahre andauernden Entwicklung einen ersten Höhepunkt erreichte.
Der Schubertbund Essen hat es sich zu einer ebenso ehren- wie anspruchsvollen Aufgabe gemacht, diese wesentlichen Kompositionen seines Namensgebers auf einer CD zu vereinen und dadurch einen Überblick über einen nicht unwichtigen Aspekt im Schaffen dieses großen Wiener Meisters zu ermöglichen. Dazu ermöglichen wir dem Hörer, quasi als "Anhang", noch einen kleinen Seitenblick auf die Rezeptionsgeschichte, indem wir das Werk "Leise, leise lasst uns singen" noch ein zweites Mal in der von fast allen Männerchören aufgeführten Fassung in drei Strophen (Text: Anton Weiß) unter dem Titel "Nächtliches Ständchen" aufgenommen haben: in dieser Form erlangte das kleine Werk seine Popularität, die Originalversion enthält jedoch nur eine einzelne Strophe und vielleicht lässt die letzte Textzeile ("Fanny, erwache!") sogar auf einen konkreten Anlass für die Entstehung des Stückes schließen. Ähnliche Berühmtheit erreichten jedoch nicht alle hier vorgestellten Werke, und so wird der Chormusikfreund sicher einige lohnende Überraschungen auf unserer Schubert-CD entdecken.

Playlist

  • 1 - Der Entfernten (D 331) (3:34)
  • 2 - Räuberlied (D 435, Nr. 13) (2:26)
  • 3 - Der Geistertanz (D 494) (1:46)
  • 4 - Gesang der Geister über den Wassern (D 538) (8:24)
  • 5 - Lied im Freien (D 572) (3:16)
  • 6 - Leise. leise lasst uns singen (D 635) (1:10)
  • 7 - Ruhe, schönstes Glück der Erde (D 657) (6:52)
  • 8 - Jünglingswonne (D 983, Nr. 1) (1:39)
  • 9 - Liebe (D 983, Nr. 2) (1:42)
  • 10 - Zum Rundetanz (D 983, Nr. 3) (1:35)
  • 11 - Die Nacht (D 983, Nr. 4) (3:03)
  • 12 - Wehmut (D 825, Nr.1 (6:56)
  • 13 - Ewige Liebe (D 825, Nr. 2) (5:08)
  • 14 - Flucht (D 825, Nr. 3) (4:00)
  • 15 - Trinklied aus dem 16. Jahrhundert (D 847) (1:42)
  • 16 - Nachtmusik (D 848) (3:21)
  • 17 - Grab und Mond (D 893) (3:32)
  • 18 - Wein und Liebe (D 901) (3:15)
  • 19 - Frühlingslied (D 914) (3:37)
  • 20 - Nächtliches Ständchen (Fassung in drei Strophen von Fritz Spieß, Text: Anton Weiß) (3:29)

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